Am Donnerstag, den 15. Januar, machten sich die Bürgermeisterkandidatin der Grünen, Kim Davey, sowie mehrere Stadtratskandidatinnen und -kandidaten auf den Weg, um zwei große Lebensmittelmärkte in Haßfurt zu besuchen. Im Mittelpunkt des Austauschs standen die Themen Regionalität, Bio-Angebote und Nachhaltigkeit.
Bereits im Vorfeld hatten die Haßfurter Grünen alle größeren Lebensmittelmärkte der Kreisstadt angeschrieben und ihr Interesse an einem Besuch signalisiert. Besonders offen zeigten sich REWE und Edeka, die die Delegation gerne empfingen und zu Gesprächen einluden.
Den Auftakt bildete der Besuch im REWE-Markt, wo Marktleiter Felix Matzke-Weinbeer die Gäste herzlich begrüßte und ausführlich durch den Markt führte. Er gab spannende Einblicke in die Organisation und Entscheidungsfreiheit vor Ort. Viele der Besucherinnen und Besucher zeigten sich überrascht, wie viel Spielraum der Markt bei der Auswahl regionaler Lieferanten hat und wie intensiv dieser genutzt wird.
„Wir möchten möglichst viele Produkte aus der Region anbieten und damit lokale Betriebe stärken“, erklärte Matzke-Weinbeer. Unterstützt werde dies durch eine neue digitale Plattform, die den Kontakt zu regionalen Produzenten erleichtert.
Auch der Anteil an Bio-Produkten wächst stetig und liegt derzeit bei rund 12 Prozent. Gleichzeitig machte Matzke-Weinbeer deutlich, dass strenge Zertifizierungsauflagen für Lieferanten eine weitere Steigerung erschweren.
Ein weiterer wichtiger Punkt war der Umgang mit Lebensmitteln kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums. Der Markt arbeitet seit vielen Jahren eng mit der Tafel zusammen. Dank eines intelligenten Warenwirtschaftssystems liege der Lebensmittelabfall inzwischen bei dem beeindruckenden Wert von weniger als einem Prozent.
Kim Davey bedankte sich für die offenen Einblicke und betonte: „Solche Gespräche helfen uns, Handel, Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung besser zusammenzudenken.“
Im Anschluss ging es weiter zum E center Meyer, wo die Delegation von Stefanie Schmitt aus der Edeka-Zentrale Rottendorf und Marktleiter Michael Meyer empfangen wurde. Frau Schmitt erläuterte, dass Nachhaltigkeit Schritt für Schritt in bauliche Maßnahmen integriert werde, z.B. etwa durch LED-Beleuchtung, geschlossene Kühlmöbel sowie Photovoltaikanlagen und E-Ladesäulen an Eigenstandorten.
Auch beim Thema Verpackungsreduktion habe Edeka bereits große Fortschritte erzielt. Während der durchschnittliche Lebensmittelabfall im deutschen Handel bei etwa sieben Prozent liegt, liege Edeka dank moderner Warensteuerung und regionaler Lieferketten deutlich darunter. Zudem kooperiert auch dieser Markt regelmäßig mit der Tafel.
Der Anteil regionaler Produkte liegt bei Edeka zwischen 20 und 25 Prozent. Der Bio-Anteil habe während der Corona-Zeit stark zugenommen. „Er ist regelrecht durch die Decke gegangen!“, so Schmitt und bewege sich aktuell bei etwa 5 Prozent insgesamt und im Bereich Obst und Gemüse bei fast 11 Prozent.
Die Grünen bedankten sich herzlich für den offenen Austausch. „Wir nehmen viele Anregungen mit und wollen diese in unsere kommunalpolitische Arbeit einfließen lassen“, betonte die Stadträtin und Bürgermeisterkandidatin Kim Davey.
Unterm Strich zeigten sich alle Beteiligten sehr beeindruckt von den beiden Besuchen. Die Einblicke hinter die Kulissen des Handels eröffneten neue Perspektiven und machten deutlich, wie komplex nachhaltiges Wirtschaften in der Praxis ist.
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Text: Andreas Baur und mk / Foto: mk